Apokoronas will Autobahn und Hochspannungsleitung gemeinsam planen
Die Gemeinde Apokoronas drängt darauf, zwei der größten Infrastrukturprojekte auf Kreta gleichzeitig und auf derselben Trasse umzusetzen: die neue Nordküsten-Autobahn (BOAK) und die Hochspannungsleitung Chania–Damasta. Dazu hat die Gemeinde die zuständigen Ministerien für Infrastruktur und Verkehr sowie für Umwelt und Energie aufgefordert, den vollständigen Bauvertrag der BOAK mit allen Anhängen, technischen Studien, Kartierungen und Umweltauflagen zur Verfügung zu stellen.
Warum der Vertrag gebraucht wird
Der Zugang zu den Vertragsdokumenten ist laut Gemeinde aus zwei Gründen notwendig: Erstens soll damit beim Staatsrat (dem obersten Verwaltungsgericht Griechenlands) die bereits eingereichte Klage gegen die Umweltgenehmigung der Hochspannungsleitung untermauert werden. Zweitens soll eine gemeinsame technische, ökologische und gesellschaftliche Bewertung beider Projekte ermöglicht werden.
Was eine gemeinsame Umsetzung bringen soll
Nach Einschätzung der Gemeinde hätte eine koordinierte Realisierung beider Projekte auf derselben Achse – mit unterirdischer Verlegung der Hochspannungsleitung – mehrere Vorteile:
- Umwelt: Weniger Verlust natürlicher Ökosysteme, Schutz der Artenvielfalt
- Brandschutz: Geringeres Waldbrandrisiko
- Gesundheit: Reduzierte Exposition gegenüber elektromagnetischen Feldern
- Eigentum: Geringere Flächenbeschlagnahme und weniger Wertverlust bei Immobilien
- Kosten: Niedrigere Bau-, Betriebs- und Wartungskosten durch gebündelte Infrastruktur
- Planung: Einheitliche Genehmigungsverfahren statt mehrerer separater Prozesse
Klage beim Staatsrat läuft bereits
Die Gemeinde Apokoronas hat bereits beim Staatsrat Klage gegen die Umweltgenehmigung der Hochspannungsleitung Chania–Damasta eingereicht. Dieser Schritt, so die Gemeinde, sei nicht aus politischen Motiven erfolgt, sondern weil Umwelt- und Gesundheitsschutz nicht verhandelbar seien.
Hintergrund: Was ist die BOAK?
Die BOAK (Boreios Odos Kritis – Nordkretische Schnellstraße) ist ein Fernstraßenprojekt, das die Nordküste Kretas von Osten nach Westen verbinden soll. Die Gemeinde bezeichnet sie als lebenswichtiges Projekt für die Insel – sowohl für die Verkehrssicherheit als auch für Tourismus und Wirtschaft.
Die Gemeinde betont, sie lehne Entwicklung nicht ab, fordere aber eine verantwortungsvolle, nachhaltige Umsetzung mit vollständiger Transparenz und Zusammenarbeit der beteiligten Ministerien.
Hinweis: Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung der Gemeinde Apokoronas. Eine Stellungnahme der Ministerien oder des Stromnetzbetreibers ist nicht enthalten.