Apokoronas springt ein: Gemeinde schafft Wohnraum für Lehrerinnen und Lehrer
Ein Problem, das eigentlich keine Gemeindeaufgabe ist, hat der Gemeinderat von Apokoronas trotzdem entschlossen angepackt: die Wohnungsnot neu versetzter Lehrerinnen und Lehrer. In einer einstimmigen Abstimmung folgte der Rat dem Vorschlag von Bürgermeister Charalampos Koukianakis und beschloss, konkrete Schritte zur Lösung des Problems einzuleiten.
Das Problem
Wer zum ersten Mal als Lehrerin oder Lehrer an eine Schule in Apokoronas versetzt wird, landet in einer schwierigen Lage: Der Einstiegslohn übersteigt kaum 850 Euro im Monat, während das Angebot an Mietwohnungen in der Region knapp und die Mietpreise in vielen Fällen kaum erschwinglich sind. Bürgermeister Koukianakis brachte es auf den Punkt: "Wie soll ein Mensch unseren Kindern dienen, wenn er nicht mal ein Dach über dem Kopf finden kann?"
Die geplante Lösung
Die Gemeinde hat bereits Kontakt zum gemeinnützigen Institut für Regionalpresse aufgenommen, das in der Lage ist, eine nennenswerte Zahl von Lehrerinnen und Lehrern in geeigneten und würdevollen Unterkünften unterzubringen. Das geplante Modell sieht vor:
- Miete: Die Gemeinde Apokoronas übernimmt den größten Teil der Mietkosten
- Nebenkosten: Strom, Wasser, Heizung und Reinigung gehen ebenfalls zulasten der Gemeinde
- Eigenanteil der Lehrkräfte: soll so gering wie möglich gehalten werden
Ziel ist es, dass eine Lehrerin oder ein Lehrer in Apokoronas wohnen kann, ohne finanziell in Bedrängnis zu geraten.
Warum die Gemeinde handelt
Rechtlich gesehen ist die Lehrerunterbringung keine Angelegenheit der Kommunen – das ist Sache des Staates. Doch Bürgermeister Koukianakis argumentiert, dass das Wohl der Kinder und die Qualität ihrer Bildung sehr wohl eine kommunale Angelegenheit sind. Je mehr Lehrkräfte bereit sind, nach Apokoronas zu kommen und zu bleiben, desto stabiler und besser wird der Unterricht an den örtlichen Schulen.
"Wir wollen dem Lehrer sagen: Komm, arbeite für unsere Kinder. Hier wollen wir dich, und hier unterstützen wir dich", erklärte der Bürgermeister.
Nächste Schritte
Die Gemeindeverwaltung wurde bereits angewiesen, sofort und koordiniert tätig zu werden. Dabei arbeitet die Gemeinde eng mit der Dezentralisierten Verwaltung Kretas zusammen, um alle nötigen Verfahren zu prüfen und eine positive Lösung herbeizuführen. Darüber hinaus will Apokoronas alle weiteren möglichen Optionen ausloten.
Bürgermeister Koukianakis dankte ausdrücklich dem Vorsitzenden des Instituts für Regionalpresse, Ioannis Garedakis, für sein Engagement und seine soziale Sensibilität.
Ein Signal für andere Gemeinden
Der Bürgermeister gab sich am Ende seiner Erklärung kämpferisch und hoffnungsvoll zugleich: "Ich möchte glauben, dass diese Bemühungen Nachahmer finden werden – denn wenn es um unsere Kinder geht, ist niemand verzichtbar."