Apokoronas und Bostoner Waterfront werden Partnerstädte
Der Gemeinderat von Apokoronas hat einstimmig beschlossen, eine offizielle Städtepartnerschaft mit dem Waterfront-Viertel in Boston, Massachusetts, zu schließen. Boston gilt als eines der bedeutendsten Zentren der griechischen Diaspora weltweit.
Woher kommt die Initiative?
Den Anstoß gab der Kulturverein Emprosneros — eine griechischstämmige Gemeinschaft in Boston, deren Name symbolisch für die kretische Siedlung Emprosneros steht. Der Name "Waterfront" entspricht laut dem Verein inhaltlich dem griechischen Begriff "Emprosneros" (sinngemäß: Vordergewässer), was die Partnerschaft zu einer sprachlichen und kulturellen Brücke zwischen zwei Orten mit gemeinsamer Erinnerung macht.
Was ist konkret geplant?
Die Vereinbarung schafft einen institutionellen Rahmen für:
- Schüler- und Jugendaustausche zwischen Apokoronas und der Bostoner Gemeinde
- Austausch von Tanz- und Musikgruppen zur Pflege kretischer Kulturtradition
- Zugang zu europäischen Kulturförderungen durch die formalisierte Partnerschaft
- Förderung des Wurzeltourismus ("roots tourism") für Griechen der dritten und vierten Generation
- Erste Begegnung: 52 Mitglieder der Bostoner Gemeinde sollen zu Kulturveranstaltungen und einem Tanzseminar nach Apokoronas kommen
Die offizielle Unterzeichnungszeremonie ist im Freilichttheater Mikis Theodorakis geplant.
Warum ist das für Apokoronas relevant?
Laut Gemeinderat geht es nicht nur um Kultur: Erfolgreiche Städtepartnerschaften können nach Einschätzung des Rates den Themen- und Kulturtourismus ankurbeln, kleinere Investitionskontakte ermöglichen und den Zugang zu EU-Fördermitteln erleichtern. Die Partnerschaft soll auch als Gegengewicht zur kulturellen Assimilation der griechischen Gemeinschaft in den USA dienen und Griechen der dritten und vierten Generation einen lebendigen Bezugspunkt zur Heimat ihrer Vorfahren geben.
Boston ist als Standort bewusst gewählt: Die Stadt beherbergt eine der größten und aktivsten griechischen Gemeinschaften Nordamerikas.