BOAK-Ausbau schneidet Dörfer ab — Apokoronas-Bürgermeister schlägt Alarm
Der Ausbau des BOAK, der Nordküstenstraße Kretas, ist für die Insel ein wichtiges Infrastrukturprojekt. Doch während die Baumaschinen laufen, kämpfen Dutzende von Familien in mehreren Dörfern des Apokoronas damit, überhaupt noch auf die Hauptstraße zu gelangen. Bürgermeister Charalampos Koukianakis hat nun offiziell reagiert und einen Brief an das Ministerium für Infrastruktur und Verkehr geschickt.
Wer ist betroffen?
Am stärksten spüren die Einschränkungen die Bewohner der Gemeindebezirke Fre und Agii Pantes. Konkret handelt es sich um die Dörfer Fre, Tzitzifes, Pemonias, Melidoni, Paidochori, Nipos und Kaina sowie die umliegenden Siedlungen. Für diese Menschen ist der Alltag schwieriger geworden: Wege zur Arbeit, zum Einkaufen oder zum Arzt dauern länger oder sind gefährlicher als zuvor.
Was fordert der Bürgermeister?
Koukianakis stellt drei klare Forderungen:
- Sofortige Wiederherstellung sicherer und funktionierender Zufahrten für alle betroffenen Dörfer zum und vom BOAK.
- Schriftliche Information des Gemeinderats über den geplanten Verkehrsablauf für jeden einzelnen Ort während der Bauzeit.
- Ein technisches Treffen vor Ort im Apokoronas, bei dem Vertreter des Ministeriums, der ausführenden Baufirma, der Region Kreta und der Gemeinde gemeinsam nach Lösungen suchen.
Eine klare Botschaft
Der Bürgermeister macht deutlich, dass Apokoronas den BOAK-Ausbau grundsätzlich begrüßt und unterstützt. Es geht ihm nicht darum, die Bauarbeiten zu stoppen. Aber er besteht darauf, dass ein Straßenausbau nicht auf Kosten der Menschen gehen darf, die direkt daneben wohnen. "Der BOAK soll Kreta verbinden, nicht neue Isolation für unsere Dörfer schaffen", sagt Koukianakis.
Sein Brief ging außer an das Ministerium auch an die Abgeordneten des Bezirks Chania, an die Region Kreta, den Vizepräfekten von Chania sowie das Generalsekretariat für Infrastruktur — ein breites politisches Signal, dass die Gemeinde auf schnelle Antworten besteht.
Was kommt als Nächstes?
Die Gemeinde Apokoronas erwartet nun eine rasche Reaktion und konkrete technische Maßnahmen. Solange die Zufahrten nicht wiederhergestellt sind, bleibt das Problem für die betroffenen Bewohner täglich spürbar.