Neun Dörfer im Apokoronas kämpfen um ihre Zufahrten
Die Bauarbeiten an der neuen Nordküstenautobahn Kretas (BOAK) bringen für viele Bewohner des Apokoronas ein Problem mit sich, das sie täglich spüren: Die Zufahrten zu ihren Dörfern sind schwer beeinträchtigt oder teilweise kaum noch passierbar. Bürgermeister Charalampos Koukianakis hat nun die Vorsteher von neun betroffenen Gemeinden zu einem Krisentreffen in seinem Büro zusammengerufen — und sie sprechen mit einer Stimme.
Wer ist betroffen?
Die Probleme betreffen die Dörfer Fre, Tzitzife, Pedochori, Ramni, Pemoneia, Kara, Melidoni, Nippos und Kaina. Für deren Bewohner ist die schlechte Erreichbarkeit keine abstrakte Verwaltungsfrage, sondern tägliche Realität: Wer morgens zur Arbeit muss, wer Kinder in die Schule bringt, wer als älterer Mensch einen Arzt aufsuchen oder wer im Notfall einen Krankenwagen rufen muss — alle stoßen auf dieselben Hindernisse.
Was wurde beim Treffen beschlossen?
Beim Treffen wurde eine genaue Bestandsaufnahme aller Zugangsprobleme erstellt. Die Teilnehmer waren sich einig: Die Lage ist ernst und verlangt sofortige, konkrete Lösungen. Gemeinsam haben Bürgermeister und Dorfvorsteher einen Brief an das Ministerium für Infrastruktur und Verkehr, an die Abgeordneten des Regionalbezirks Chania sowie an das Generalsekretariat für Infrastruktur gerichtet.
Was sie konkret fordern
Die Forderungen sind klar und praktisch:
- Sofortige Wiederherstellung sicherer und funktionierender Zufahrten für alle betroffenen Dörfer
- Provisorische Verkehrslösungen, wo sie notwendig sind, bis die Bauarbeiten abgeschlossen sind
- Eine technische Besprechung vor Ort in Apokoronas — mit Vertretern des Infrastrukturministeriums, der ausführenden Baufirma, der Region Kreta und der Gemeinde
- Eine Begehung der Problemstellen, damit Entscheidungen auf Basis der tatsächlichen Situation getroffen werden können
- Einen klaren Zeitplan für Maßnahmen und Information der Bevölkerung, damit die Bewohner wissen, wann und wie die normale Erreichbarkeit wiederhergestellt wird
Keine Gegner des Projekts — aber klare Grenzen
Bürgermeister Koukianakis und die Dorfvorsteher betonen ausdrücklich: Sie sind nicht gegen die Straße. "Wir sind nicht gegen das Projekt — wir stehen an der Seite unseres Ortes und fordern das Selbstverständliche: sichere und funktionierende Zufahrten für unsere Menschen", heißt es in der gemeinsamen Erklärung. Der Apokoronas habe immer Fortschritt und Infrastruktur unterstützt — er erwarte aber, dass die Umsetzung von Großprojekten mit Rücksicht auf die Sicherheit und den Alltag der Bevölkerung erfolge.
Das Treffen zeigte, wie gut Gemeindeverwaltung und Dorfvorsteher in diesem Fall zusammenarbeiten. Wenn ein echtes Problem entsteht, so die Botschaft, zerfällt der Apokoronas nicht in einzelne Stimmen — er handelt gemeinsam.