Lehrerin und Kind im Zelt: Apokoronas handelt bei Wohnungsnot
Eine Lehrerin, die zu Schuljahresbeginn an eine Schule in Apokoronas versetzt wurde, konnte keine bezahlbare Wohnung finden und lebte mit ihrer vier Jahre alten Tochter in einem Zelt. Als Bürgermeister Charalampos Koukianakis davon erfuhr, handelte er sofort: Er suchte die Telefonnummer der Frau, rief sie an und bot ihr eine Unterkunft im Parthenagogion in Vamos an – einem städtischen Gebäude, das nun vorübergehend als Wohnraum geöffnet wird.
Die Lehrerin nahm das Angebot an und soll die neue Unterkunft schnellstmöglich beziehen.
Ein strukturelles Problem hinter einem persönlichen Schicksal
Der Bürgermeister betonte, dass dieser Fall kein Einzelfall ist. Apokoronas ist eine beliebte Tourismusregion – und genau das macht das Wohnen dort für viele Menschen, die dort arbeiten, zunehmend unerschwinglich. Ferienvermietungen verdrängen langfristige Mietwohnungen, die Mieten steigen, während die Gehälter von Lehrern und anderen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes nicht mithalten.
Diese Wohnungskrise betrifft nicht nur Lehrer, sondern auch junge Familien, Berufseinsteiger und alle, die dauerhaft in der Gemeinde leben und arbeiten wollen.
Wohnungsfrage kommt in den Gemeinderat
Der Bürgermeister kündigte an, das Thema offiziell in den Gemeinderat einzubringen. Zwei konkrete Lösungsansätze werden derzeit geprüft:
- Nutzung von Gemeindeeigentum: Städtische Gebäude und Räumlichkeiten sollen als Wohnraum für Lehrer und Beschäftigte erschlossen werden.
- Zusammenarbeit mit Privatpersonen: Die Gemeinde will Kooperationen mit Eigentümern, Organisationen und Bewohnern suchen, die Wohnraum zur Verfügung stellen können.
Ziel ist ein echtes Schutznetz für Menschen, die nach Apokoronas kommen, um zu arbeiten und der Gemeinschaft zu dienen.
Appell an die Bevölkerung
Koukianakis wandte sich auch direkt an die Einwohner von Apokoronas: Wer eine leerstehende Wohnung oder ein freies Zimmer hat, das vorübergehend vermietet werden könnte, soll sich melden. Die Gemeinde sucht aktiv nach Partnern, die helfen können, Lehrern und ihren Familien ein Dach über dem Kopf zu verschaffen.
Als Vergleich zog der Bürgermeister das bestehende Neugeborenen-Förderprogramm heran, bei dem Apokoronas bereits aktiv handelt:
- Erstes Kind: 1.500 Euro Prämie
- Zweites Kind: 2.000 Euro
- Drittes Kind und weitere: je 2.500 Euro
Nach demselben Prinzip – nicht warten, sondern handeln – soll die Gemeinde nun auch bei der Wohnungsfrage vorgehen.
"Willkommen in Apokoronas – hier bist du nicht allein"
Mit diesen Worten fasste Koukianakis die Haltung der Gemeinde zusammen. Apokoronas wolle ein Ort sein, der Menschen, die kommen um zu helfen, nicht im Stich lässt. Wer in den Schulen der Gemeinde unterrichtet, soll nicht abends obdachlos sein.
Die Wohnungsfrage wird in der nächsten Sitzung des Gemeinderats behandelt.