"Es war keine Panikmache — es war die Wahrheit"
Bürgermeister von Apokoronas zieht mit Gutachten vor den Staatsrat
Jahrelang wurde der Gemeinde Apokoronas vorgeworfen, zu übertreiben. Die Warnung, dass Hochspannungsmasten und Freileitungen in der Nähe von Wäldern eine ernste Brandgefahr darstellen, wurde von vielen als Hysterie abgetan. Jetzt sagt Bürgermeister Charalampos Koukianakis: Die Realität hat uns recht gegeben.
In einer Pressemitteilung vom 4. August 2026 verweist Koukianakis auf eine wachsende Zahl von Forschungsergebnissen und realen Vorfällen, die einen Zusammenhang zwischen dem Stromnetz und Waldbränden belegen. Den stärksten Rückenwind erhält er durch eine wissenschaftliche Studie der Nationalen Technischen Universität Athen (Polytechnio), die die Gemeinde ihrer Klage vor dem Staatsrat — dem höchsten Verwaltungsgericht Griechenlands — beigefügt hat.
Verantwortung liegt nicht bei den Arbeitern
Der Bürgermeister macht deutlich, wen er in der Verantwortung sieht — und wen nicht. Die Mitarbeiter des Stromnetzbetreibers DEDDIE seien nicht die Schuldigen: Sie leisteten täglich schwere Arbeit unter schwierigen Bedingungen. Die Verantwortung tragen stattdessen jahrzehntelange politische Entscheidungen: ein alterndes Netz, das zu langsam modernisiert wurde, fehlende Stellen in den zuständigen Behörden und eine Haltung, die Prävention als Kostenfaktor statt als Investition betrachtete.
"Anstatt Selbstkritik zu üben, suchen manche nach Sündenböcken unter den Arbeitern", schreibt Koukianakis. Das sei der falsche Weg.
Neue Masten auf Kretas Bergen — trotz allem
Besonders scharf kritisiert der Bürgermeister, dass trotz aller Erkenntnisse weiterhin neue Hochspannungsmasten auf den Bergen Kretas geplant werden. Das bedeute eine weitere Belastung für die Natur und ignoriere die Lehren aus den Brandkatastrophen vergangener Sommer.
Apokoronas fordert konkret:
- Unterirdische Verlegung von Leitungen überall dort, wo es notwendig ist
- Sichere Netze statt veralteter Freileitungen
- Kein Bau neuer Hochspannungsmasten auf Berglagen in Kreta
- Respekt vor Mensch und Natur als politisches Grundprinzip
Was jetzt passiert
Die Gemeinde Apokoronas hat ihre Klage beim Staatsrat eingereicht — mit wissenschaftlicher Unterstützung der Nationalen Technischen Universität Athen. Das Verfahren läuft. Bürgermeister Koukianakis kündigt an, den Kampf fortzusetzen: "Wir verteidigen unseren Ort, unsere Kinder und ihr Recht, in einem sicheren, lebendigen und freien Kreta zu leben."