Windpark in den Weißen Bergen geplant – Apokoronas stellt sich quer
In den Bergen oberhalb von Asi Gonia, mitten im Herz der Weißen Berge auf Kreta, sollen acht Windturbinen errichtet werden – jede knapp 185 Meter hoch, jede mit einer Leistung von 6,6 MW. Zusammen kämen die Anlagen auf 52,8 MW. Um sie zu bauen und zu erschließen, wären laut den vorliegenden Planungsunterlagen 6,5 Kilometer neue Straßen und die Verbreiterung von weiteren 8,5 Kilometern bestehender Wege nötig, wobei die Fahrbahn an Kurven bis zu 50 Meter breit werden soll.
Was auf dem Spiel steht
Das Vorhaben würde nach Einschätzung des Gemeinderats Apokoronas tief in ein Gebiet eingreifen, das ökologisch und wirtschaftlich von besonderer Bedeutung ist. Betroffen wären demnach:
- Landschaft: die Weißen Berge (Lefká Óri) und der Azilakos-Wald
- Wasser: die Wasserressourcen rund um den Kournas-See
- Natur: Artenvielfalt, Vogelwelt und Weidegründe
- Wirtschaft: Viehzucht und landwirtschaftliche Nutzung der Region
Einstimmige Ablehnung im Gemeinderat
Der Gemeinderat Apokoronas hat in einer Sondersitzung – zu der auch Bürgerinnen und Bürger geladen waren – einstimmig gegen das Projekt gestimmt. In einem formellen Schreiben an den Präsidenten des griechischen Parlaments, die Fraktionsvorsitzenden und die zuständigen Ministerien fordert der Bürgermeister eine parlamentarische Debatte, eine vollständige Bewertung der Umweltfolgen und den Rückzug des Genehmigungsverfahrens.
Die Gemeinde beruft sich dabei auch auf die Initiative "Apátita Vounά" (Unberührte Berge), die für bestimmte Gebiete strenge Beschränkungen für neue Straßenbauten und technische Eingriffe vorsieht. Der Gemeinderat argumentiert, dass der Naturschutz eine Gesamtbetrachtung erfordere – selbst wenn einzelne Anlagenteile formal außerhalb geschützter Zonen liegen sollten.
Energiewende als Argument – und als Streitpunkt
Nach Auffassung der Gemeinde darf die Energiewende kein Vorwand sein, um den natürlichen Reichtum einer Region zu zerstören. Laut Bürgermeisterbüro könne die Energieerzeugung nicht Vorrang vor dem Schutz der Umwelt haben. Dies ist die Position des Gemeinderats – eine Stellungnahme der Projektbetreiber oder der zuständigen Behörden liegt in der vorliegenden Quelle nicht vor.
Die Gemeinde ruft Abgeordnete aller Parteien auf, das Vorhaben zu stoppen und die Region aktiv zu schützen.