Apokoronas fordert einheitliche Front zum Schutz des Weißen Gebirges
Ein Windpark mit acht Turbinen, jede 185 Meter hoch und mit einem Rotordurchmesser von 155 Metern, soll in der Gegend von Asi Gonia im Herzen des Weißen Gebirges gebaut werden. Die Gesamtleistung der Anlage beträgt 52,8 Megawatt. Der Gemeinderat von Apokoronas hat in einer außerordentlichen Sitzung einstimmig beschlossen, sich gegen dieses Vorhaben zu stellen – und macht nun mobil, um auch die anderen Gemeinden der Region Chania auf seine Seite zu bringen.
Was geplant ist – und warum es so viele betrifft
Das Projekt sieht nicht nur die Installation der acht Windräder vor. Für den Bau und Betrieb der Anlage sollen rund 6,5 Kilometer neue Straßen angelegt und bestehende Wege auf einer Länge von etwa 8,5 Kilometern verbreitert werden – mit besonders umfangreichen Eingriffen an den Kurven. Diese Maßnahmen, so betont Bürgermeister Charalampos Koukianakis, werden das Bergpanorama dauerhaft verändern, das natürliche Ökosystem belasten und irreversible Schäden an einer Landschaft hinterlassen, die ökologisch, historisch und kulturell einzigartig ist.
Dazu kommt: Das Windkraftprojekt kann nicht isoliert betrachtet werden. In der gleichen Region ist auch eine Hochspannungsleitung von Chania nach Damasta geplant. Die Summe all dieser Eingriffe – also die sogenannte kumulative Belastung – muss nach Ansicht des Gemeinderats von Apokoronas ernsthaft bewertet werden, bevor Entscheidungen getroffen werden, die über Jahrzehnte hinweg nicht rückgängig zu machen sind.
Was der Gemeinderat von Apokoronas konkret verlangt
Bürgermeister Koukianakis hat formelle Schreiben an alle Bürgermeister und Gemeinderatsvorsitzenden der Region Chania geschickt. Er bittet sie, das Thema unverzüglich in ihre jeweiligen Gemeinderatssitzungen einzubringen und bis spätestens 10.11.2026 klare Beschlüsse zu fassen. Im Einzelnen sollen die Gemeinderäte:
- Sich klar gegen die Errichtung des Windparks in Asi Gonia aussprechen
- Die Nichtgenehmigung der Umweltbedingungen und die Ablehnung der Umweltgenehmigung für das Projekt fordern
- Auf die kumulativen Auswirkungen hinweisen – einschließlich der Straßenbaumaßnahmen und der geplanten Hochspannungsleitung
- Ihre Bürgermeister ermächtigen, die jeweiligen Beschlüsse weiterzuleiten, damit eine gemeinsame Stellungnahme erarbeitet und alle rechtlichen sowie verwaltungsrechtlichen Mittel ausgeschöpft werden können
"Kein Projekt eines einzelnen Ortes"
Die Botschaft aus Apokoronas ist eindeutig: Das Weiße Gebirge, Asi Gonia, der Azilaka-Wald und der Kourna-See gehören allen Bewohnern der Region – und ihr Schutz ist eine gemeinsame Verantwortung. "Morgen werden uns unsere Kinder danach beurteilen, was wir geschützt haben, nicht was wir versprochen haben", heißt es in dem Schreiben des Bürgermeisters. "Lasst uns unsere Kräfte bündeln, bevor es zu spät ist."
Wichtige Frist im Überblick
- Frist für Gemeinderatsbeschlüsse: 10.11.2026
- Betroffene Region: Asi Gonia, Azilaka-Wald, Weißes Gebirge, Umgebung des Kourna-Sees
- Projektumfang: 8 Windturbinen, je 6,6 MW, Gesamtleistung 52,8 MW