Apokoronas und ADMIE vor dem Staatsrat: Streit um Hochspannungstrasse durch die Madara
Vor dem griechischen Staatsrat (Συμβούλιο της Επικρατείας, ΣτΕ) — dem obersten Verwaltungsgericht des Landes — läuft derzeit ein Verfahren, das für die Bewohner von Apokoronas weitreichende Folgen haben könnte. Im Mittelpunkt steht die geplante Hochspannungsleitung des staatlichen Übertragungsnetzbetreibers ADMIE, die durch das Gebiet der Madara und die weitere Region Apokoronas verlaufen soll.
Worum es geht
Die Gemeinde Apokoronas hat Klage beim Staatsrat eingereicht und wendet sich gegen die gewählte Trassenführung der Hochspannungsleitung. Nach Auffassung der Gemeinde wurden bei der Planung die Auswirkungen auf Umwelt, Landschaft, öffentliche Gesundheit und die lokale Gemeinschaft nicht ausreichend geprüft. Insbesondere sei die Pflicht zur ernsthaften Prüfung von Alternativen — eine verfassungsrechtliche und europäische Verpflichtung — nicht erfüllt worden.
ADMIE legt Gegenintervention ein
Als Reaktion auf die Klage hat ADMIE beim Staatsrat eine förmliche Gegeninterventionsschrift eingereicht, um das Projekt zu verteidigen. Die Gemeinde wertet dies als Bestätigung dafür, dass der Netzbetreiber an seinem bisherigen Plan festhält, ohne die besonderen geografischen, ökologischen und sozialen Gegebenheiten der Region ausreichend zu berücksichtigen.
Wissenschaftliche Unterstützung durch das Nationale Polytechnikum
Die Gemeinde hat für das Klageverfahren die Unterstützung des Nationalen Polytechnikums Athen (Εθνικό Μετσόβιο Πολυτεχνείο) gewonnen. Der erste Teil einer wissenschaftlichen Studie wurde bereits beim Gericht eingereicht. Nach Angaben der Gemeinde wird die abschließende Phase der Studie in Kürze fertiggestellt; sie soll die tatsächlichen Auswirkungen der geplanten Trasse belegen und alternative Streckenführungen aufzeigen.
Was auf dem Spiel steht
Die Gemeinde argumentiert, dass das Gebiet der Madara und der Raum Apokoronas besondere geologische, ökologische und kulturelle Eigenschaften aufweisen, die bei Großprojekten dieser Art einen erhöhten Prüfungsmaßstab erfordern. Konkret werden folgende Bereiche als potenziell betroffen genannt:
- Umwelt und Landschaft: Eingriff in ein charakteristisches Berggebiet
- Öffentliche Gesundheit: Auswirkungen der Hochspannungsleitung auf die Bevölkerung
- Soziale Kohäsion: Folgen für das Zusammenleben in der Region
- Nachhaltige Entwicklung: Langfristige und möglicherweise irreversible Veränderungen
Die Gemeinde beruft sich dabei auf Artikel 24 der griechischen Verfassung, der das Prinzip der nachhaltigen Entwicklung verankert, sowie auf das Vorsorge- und Vorsichtsprinzip.
Wie es weitergeht
Das Verfahren liegt nun beim Staatsrat. Eine Entscheidung steht noch aus. Die Gemeinde hat erklärt, das Verfahren bis zum Ende zu verfolgen. Für die Einwohner von Apokoronas bedeutet das Urteil des Staatsrats: Entweder wird die geplante Trasse in der vorliegenden Form bestätigt, oder das Gericht verpflichtet ADMIE zu einer neuen, umfassenderen Prüfung von Alternativen.
Hinweis: Dieser Bericht basiert auf einer Pressemitteilung der Gemeinde Apokoronas. Die Darstellung gibt ausschließlich die Position der Gemeinde wieder; ADMIE hat sich dazu öffentlich nicht geäußert.