Apokoronas klagt gegen Hochspannungsleitung – Bürger sollen mitentscheiden
Die Gemeinde Apokoronas hat rechtliche Schritte gegen die geplante Hochspannungsleitung zwischen Chania und Damasta eingeleitet. Die Klage wurde beim griechischen Staatsrat eingereicht und richtet sich gegen ein Planungsverfahren, das nach Ansicht des Gemeinderats die lokale Bevölkerung von jeder wesentlichen Entscheidung ausschließt.
Worum geht es?
Die geplante Hochspannungsleitung soll durch das Gebiet von Apokoronas verlaufen und würde Berggebiete, Weideflächen sowie landwirtschaftlich genutzte Landschaft der Region berühren. Die Gemeinde sieht darin nicht nur einen Eingriff in das Landschaftsbild, sondern auch in die wirtschaftliche und kulturelle Grundlage der Gegend.
Der Gemeinderat kritisiert, dass der neue Rechtsrahmen für erneuerbare Energien die Rolle der Kommunen auf ein bloßes Anhörungsrecht reduziert, ohne dass ihre Stellungnahmen bindend wären. Bürgerinnen und Bürger seien de facto von der Entscheidungsfindung ausgeschlossen.
Was sagt die Gemeinde?
Nach Angaben der Gemeinde Apokoronas handelt es sich beim Widerstand gegen die Leitung nicht um eine grundsätzliche Ablehnung erneuerbarer Energien, sondern um eine Forderung nach demokratischer Mitbestimmung. Die Gemeinde argumentiert, dass Projekte dieser Größenordnung ohne die Zustimmung der betroffenen Bevölkerung nicht umgesetzt werden dürften.
Bemerkenswerterweise kritisiert die Gemeinde auch das Schweigen anderer politischer und institutioneller Vertreter zu diesem Thema — und wertet diese Haltung als eine Form stillschweigender Duldung.
Was bedeutet das für die Bewohner?
Für die Menschen in Apokoronas steht nach Darstellung der Gemeinde mehr auf dem Spiel als eine Stromleitung: Es geht um die Frage, ob Bergdörfer, Weidewirtschaft, Landwirtschaft und das kulturelle Erbe der Region einer einseitigen wirtschaftlichen Nutzung weichen müssen. Konkrete Angaben dazu, welche Ortschaften direkt vom Trassenverlauf betroffen wären, enthält die Pressemitteilung nicht.
Das Verfahren vor dem Staatsrat ist nun der nächste Schritt. Wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist, wurde nicht mitgeteilt.
Hinweis: Dieser Bericht basiert auf einer Pressemitteilung der Gemeinde Apokoronas. Stellungnahmen der zuständigen Energiebehörden oder des Netzbetreibers sind darin nicht enthalten.