Apokoronas: Gemeinde fordert echte Polizeiarbeit statt Strafzettel-Touren
In der ländlichen Region Apokoronas wächst die Unzufriedenheit mit der Art und Weise, wie Polizeiarbeit derzeit organisiert ist. Die Gemeinde hat die Polizeidirektion Chania in einem förmlichen Schreiben aufgefordert, die Polizeiwache Apokoronas vollständig mit Personal zu besetzen — und damit das Sicherheitsgefühl der Einwohner grundlegend zu verbessern.
Was die Einwohner bemängeln
Nach Angaben der Gemeinde beklagen Bürgerinnen und Bürger, dass Polizeistreifen in der Region unregelmäßig, unkoordiniert und häufig nur anlassbezogen stattfinden. Es fehle eine kontinuierliche Präsenz, die auf lokaler Kenntnis und echtem Gemeinschaftsbezug basiert. Stattdessen entstehe der Eindruck, dass Polizisten hauptsächlich dann auftauchen, wenn Bußgelder ausgestellt werden können — nicht um Straftaten zu verhindern oder die Bevölkerung zu schützen.
Dieses Bild, so die Gemeinde, untergräbt das Vertrauen der Menschen in staatliche Institutionen. Besonders in einer Region wie Apokoronas, die durch enge Gemeinschaftsbande und ein ausgeprägtes Zusammengehörigkeitsgefühl geprägt ist, brauche es ein anderes Polizeimodell: eines, das auf Kontinuität, Vertrautheit mit dem Ort und täglicher Anwesenheit beruht.
Was die Gemeinde verlangt
Der Kern der Forderung ist klar: Die Polizeiwache Apokoronas soll vollständig besetzt werden. Nur so — argumentiert die Gemeinde — könne echte Prävention gelingen. Eine dauerhaft anwesende, ortskundige Polizei könne:
- Kriminalität frühzeitig erkennen und verhindern
- Vertrauen zwischen Bevölkerung und Polizei aufbauen
- Eine abschreckende Wirkung entfalten, die über bloße Kontrollen hinausgeht
- Kontinuität in der Sicherheitsarbeit gewährleisten
Dies ist bereits das zweite Schreiben der Gemeinde zu diesem Thema — ein früheres war im Juni 2025 abgesandt worden. Die wiederholte Intervention zeigt, dass die Gemeinde die bisherigen Reaktionen als unzureichend bewertet.
Hintergrund
Die Forderung richtet sich an die Polizeidirektion Chania sowie an die Führung der Griechischen Polizei insgesamt. Die Gemeinde betont, dass Sicherheit im ländlichen Raum keine Frage von gelegentlichen Einsätzen sein dürfe, sondern eine dauerhafte strukturelle Aufgabe sei. Ob und wann die Polizeidirektion auf das Schreiben reagiert, ist nach aktuellem Stand nicht bekannt.